UCI MTB Word Cup Albstadt

Etwas nervös war ich schon vor meinem ersten Weltcuprennen der Saison, zwar nicht so extrem wie im letzten Jahr, denn damals konnte ich vor dem ersten Weltcupstart schon einige gute Swiss Cup Resultate erzielen und die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Da ich in diesem Jahr in den vergangenen Swiss Cup Rennen noch nicht meine gewünschten Resultate erzielen konnte, war meine Zielsetzung entsprechend unklar.  

Um so erstaunter war ich, als ich mich nach dem Start in den vordersten Positionen wiederfand und ich auf dem schnellen und steilen Start-Loop nicht einmal das Gefühl hatte, an meinem Limit zu fahren.  An zehnter Position kam ich von dem rund zehnminütigen Start-Loop zurück. Überglücklich und auch etwas übermotiviert, endlich so fahren zu können, wie ich es mir in den vergangenen Rennen gewünscht hatte, versuchte ich auf der Zielgeraden noch die kleine Lücke zu der neunköpfigen Spitzengruppe zu schliessen. Dieses Unterfangen gelang mir dann auch relativ schnell. 

Leider hat sich der Veranstalter spontan dazu entschlossen, nach dem ersten Start-Loop noch einen zweiten anzuhängen, da unser rund hundertfünfzigköpfiges Fahrerfeld vor den ersten engen und technischen Passagen nicht genügend auseinandergezogen worden ist. 

Anstatt mich nach meiner Aufholjagd zur Spitzengruppe in einer Einerreihe auf dem Trail etwas ausruhen zu können, musste ich noch einmal auf dem breiten Start-Loop um jede Position kämpfen.  Dies gelang mir jedoch nach wie vor sehr gut und als wir endlich auf die fünf langen Runden gingen, lag ich immer noch sehr gut im Rennen. 

Als die riesige Freude über meine endlich guten Beine etwas abgeklungen war, merkte ich, dass ich wohl doch etwas zu schnell gestartet bin und mir ging an den steilen Anstiegen regelrecht die Kraft aus und ich verlor Position um Position.

In der letzten Runde hatte ich mich endlich wieder etwas erholt und konnte mich noch gegen meine Konkurrenten in meiner Gruppe behaupten. Beim momentan aber sehr hohen Niveau im U23-Weltcup war dies definitiv zu spät und die circa fünf Minuten, die ich auf den rund achtzig Rennminuten auf den Sieger verloren hatte, reichten nur noch für einen 46. Rang. 

Ein wesentlicher Punkt für mein Endergebnis war sicher der zweite Start-Loop, bei welchem ich zu viel Energie verbraucht hatte. Doch glücklicherweise ging es nicht nur mir so. 

Mein Schlussrang auf dem Papier ist mir definitiv egal, denn ich nehme das tolle Gefühl meiner ersten beiden Runden an den nächsten Weltcupstart in Tschechien mit. Dieser findet am kommenden Wochenende statt und die sehr technische Strecke dort liegt mir auch wesentlich besser als diese in Albstadt. Da ich jetzt weiss, dass meine Form stimmt, werde ich dort etwas defensiver starten und meine Energie besser einteilen.